Vor der Vereinsgründung

Musiktradition seit über 100 Jahren


Bereits in den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts stand ein Musiker namens Karl Wolf der Dorfblaskapelle in Maroldsweisach vor, die bereits damals ein hohes soziales Engagement an den Tag legte. In den Archiven der Marktgemeinde Maroldsweisach fand man eine Bescheinigung, dass ein "Musikverein dahier" in den Jahren 1896, 1901 und 1902 Spendenbeträge an die Armenkasse zahlte.
Aus den Folgejahren sind noch handgeschriebene Noten der Kapelle Wolf gefunden worden, die sich noch heute im Besitz unseres Musikvereins befinden.

Originalnoten vom 23.06.1917

Als Karl Wolf aus Altersgründen Ende der 20er Jahre die Leitung der Dorfblaskapelle niederlegte, übernahm August Höhn deren Leitung und baute sie, bis zu seiner Einberufung in den Kriegsdienst, zu einem beachtlichen Klangkörper aus.
1935 wurde eine Werkskapelle des ortsansässigen Basaltwerkes aus der Taufe gehoben, deren musikalischer Leiter Oberlehrer Karl Krämer war. Doch diesem Klangkörper war nur eine kurze Lebenszeit beschieden. Mit Beginn des 2. Weltkrieges löste sich die Kapelle wieder auf.

Die Werkskapelle mit ihrem Leiter Karl Krämer (hinten rechts)


Entwicklung nach dem 2. Weltkrieg


Nach den Kriegswirren sammelten sich die wenigen aus Krieg und Gefangenschaft heimgekehrten Musiker zusammen mit einigen jungen Männern, um wieder gemeinsam zu Musizieren. Da zu dieser Zeit kaum noch brauchbare Musikinstrumente aufzufinden waren, scheiterte zunächst der Versuch, die Tradition der Dorfkapelle weiterzuführen.
Die Gunst der Stunde nutzte der damalige Maroldsweisacher Ortspfarrer Leonhard Schorr, der mit den Musikern einen Posaunenchor ins Leben rief, indem er ihnen die nötigen Instrumente besorgte. Doch bei den Proben wurden neben kirchlicher Musik auch immer wieder heimlich Märsche, Polkas und Tanzlieder gespielt.

Der Posaunenchor

Zum Eklat und zur Auflösung des Posaunenchores kam es im Sommer 1949, als der Posaunenchor zur Glockenweihe der Eckartshäuser Kirche neben Chorälen auch Marschmusik spielte. Pfarrer Schorr war der Meinung, dass auf Instrumenten, auf denen Marschmusik geblasen wurde, nie mehr ein Choral gespielt werden darf, da diese entweiht wurden.

So scharten sich die Musiker um einen Mann namens Küffner und riefen die ehemalige Dorfblaskapelle zurück ins Leben, aus der 1955 die Weisachtaler Blasmusik hervor ging.
Historie