Vereinschronik

1955 - Gründungsjahr der Weisachtaler Blasmusik


Fünf Musiker, die sich der Pflege der Volks- und Blasmusik verpflichtet fühlten, kamen im Herbst 1955 zusammen, um den Musikverein Weisachtaler Blasmusik zu gründen. Oberlehrer a. D. Karl Krämer erklärte sich bereit die Leitung zu übernehmen. Als Bläser wirkten anfangs Horst Appelmann, Reinhold Büschel, Max Elflein und Alfred Schleicher mit. Den Bemühungen der Gründungsmitglieder war es zu verdanken, dass im Laufe des Winters weitere Musiker gewonnen werden konnten, die sich bereits in der früheren Basaltwerkskapelle, im Posaunenchor oder als heimatvertriebene Egerländer Musikkenntnisse erworben hatten.
Regelmäßig am Freitag Abend kamen sie zu den Proben zusammen. Im Unterschied zu heute mussten die Musiker allerdings jede Woche 50 Pfennige zur Beschaffung von Notenmaterial in die Vereinskasse entrichten.


Oberlehrer Krämer baut den Verein auf


Nach fleißiger Probenarbeit während des Winters hatte man im Frühjahr des Jahres 1956 den ersten öffentlichen Auftritt. Zur Amtseinführung des damaligen 1. Bürgermeisters Fritz Mildenberger spielte man ein Ständchen. Dieser Auftritt brachte neues Leben in die Kapelle und Dirigent Karl Krämer bildete mit besonderer Hingabe junge, an der Musik interessierte Menschen aus.
Am 7.7 1958 fand die erste Generalversammlung im "Gasthaus zur Eisenbahn" statt. Nach vorheriger Debatte wurde die erste Vorstandschaft des Musikvereins durch Zuruf gewählt:

1. VorsitzenderGustav Braun
2. VorsitzenderWerner Schellhase
KassierRudolf Stephan
SchriftführerGünther Freß
NotenwartKarl Krämer

Gustav Braun wurde nach nur einer Amtszeit als 1. Vorsitzender von Richard März abgelöst, der jedoch bereits 5 Monate später verstarb. Den Vorsitz des Vereins übernahm nun Gründungsmitglied Horst Appelmann.
Im Jahre 1965 wechselte die Vereinsführung erneut. Helmut Ebert übernahm für zwei Jahre den Vorsitz. Bei der nächsten Generalversammlung 1967 wurde Alfred Schleicher neuer 1. Vorsitzender. Gleichzeitig erfolgte der Beschluss, eine Tracht anzuschaffen. Mit schwarzer Hose, roter Weste, grüner Jacke und einem schwarzen Trachtenhut mit weißer Daunenfeder traten die Weisachtaler fortan auf. Im selben Jahr fand der erste 2-Tagesausflug statt. Ziel war Osterspai im Rhein-Mosel-Gebiet.
Auch musikalisch ging es stets bergauf. Bereits ab 1958 wurde jährlich ein Konzert gespielt, dessen Einnahmen der Ausbildung von Nachwuchskräften zu Gute kamen. Im gesamten nördlichen Landkreis Ebern erfreute man sich über Auftritte. Dirigent Karl Krämer verstand es seine Musikschüler für den Verein zu begeistern und so setzte sich die Kapelle nach mehr als 10-jährigem Vereinsbestehen aus 21 Musikern und 4 Jungmusikern zusammen.

Die Kapelle beim Sängerfest 1968

Im Jahr 1969 endete eine Ära, als der in die Jahre gekommene Oberlehrer a. D. seinen Dirigentenposten frei machte. Im selben Jahr trat die Weisachtaler Blasmusik dem Nordbayerischen Musikbund bei.


Alfred Schleicher - Erst Vorsitzender, dann Dirigent


Willi Kraus übernahm nun das Amt des Dirigenten und hatte sofort Erfolg. Bei der erstmaligen Teilnahme an einem Wertungsspiel im Juni 1970 erreichte die Kapelle mit der Overtüre "Besuch bei Offenbach" den 1. Rang mit Auszeichnung. In den Folgejahren spielte man in den Festzelten bei Schützenfesten in Lichtenfels, Bad Staffelstein und Coburg ("Vogelschießen") groß auf.

Beim Wertungsspiel in Bischberg 1970

Doch trotzdem war Willi Kraus bereits 1973 amtsmüde und machte den Dirigentenposten für Heinrich Friedrich aus Ebern frei. Höhepunkt des Jahres war das Heimatfest mit dem Auftritt der "Original Egerländer Musikanten" unter Leitung von Ernst Mosch. 1975 verstarb völlig überraschend Dirigent Heinrich Friedrich.
Aushilfsweise übernahmen Friedl Heusinger aus Mechenried und Franz Bittner aus Ebelsbach die musikalische Leitung, bevor 1976 der 1. Vorsitzende Alfred Schleicher auch den Dirigentenposten übernahm. Das Jahr 1977 stand ganz im Zeichen der Schallplatte. "Klänge aus dem Weisachtal" lautete der Titel einer Produktion mit traditionellen Polkas, Walzer und Märschen.

Die Schallplatte "Klänge aus dem Weisachtal"

Im Jahre 1980 wurde das 25-jährige Jubiläum unter der Schirmherrschaft von Studiendirektor Herbert Schneider gebührend gefeiert. Den Höhepunkt bildete der große Festzug durch die schön geschmückten Straßen Maroldsweisachs.
1981 gab Dirigent Alfred Schleicher seinen Posten des 1. Vorsitzenden auf, um sich mit vollem Einsatz um die Ausbildung von Nachwuchskräften und die neu gegründete Jugendblaskapelle zu kümmern. Den 1. Vorsitz übernahm Helmut Beck, der diesen nur zwei Jahre später Günther Schmidt überließ. In den 80er Jahren kam die Kapelle viel herum. Mehrtagesausflüge wurden unternommen und man bekam Spielauftritte in Schildesche bei Bielefeld und Mayerhofen/Zillertal.
1987 schied Alfred Schleicher nach 14 Jahren als 1. Vorsitzender und 12-jähriger Dirigententätigkeit aus seinem Amt. Wegen seiner besonderen Verdienste um den Verein wurde er im Jahre 2000 zum Ehrendirigenten ernannt.


Ein junger Musikpädagoge übernimmt die musikalische Leitung


Etwas mehr als ein Jahr füllte Trompeter Willi Hohmann aushilfsweise die vakante Dirigentenposition aus. Im Jahre 1988 konnte dann Vorsitzender Günther Schmidt den neuen Dirigenten präsentieren. Der erst 24-jährige Musikpädagoge Bernd Schmidt aus Frickendorf bei Ebern übernahm den Taktstock bei den Weisachtalern und bildete gemeinsam mit Helmut Beck, der 1989 zum zweiten mal 1. Vorsitzender wurde, über ein Jahrzehnt lang eine erfolgreiche Doppelspitze.

Die Kapelle im Jahr 1990

Mit besonderer Hingabe widmete sich Bernd Schmidt der Jugendarbeit und formte die Kapelle zu einem Klangkörper mit hoher Qualität. Bei Wertungsspielen in Heustreu (1995) und Bischberg (2000) erreichte man jeweils sehr gute Auszeichungen. Bei der Konzertvorbereitung ging man unter Bernd Schmidt einen neuen Weg und so fand 1998 erstmals ein Probenwochenende auf Burg Hohenberg nahe Schirnding statt. Die jährlichen Frühjahrskonzerte im Hartlebssaal wurden zum Publikumsmagneten. Höhepunkt war dabei das Musical-Konzert im Jahr 2000. Bereits ein Jahr zuvor trat Peter Pratsch das Erbe von Helmut Beck als 1. Vorsitzender an und führte den Verein für vier Jahre.
2001 erhielt man eine ganz besondere Ehrung. Für über 100-jährige Blasmusiktradition bekamen die Weisachtaler die PRO MUSICA-Plakette verliehen. Im Rahmen eines Straßenfestes zu Ehren des amtierenden Bundespräsidenten und Maroldsweisacher Ehrenbürgers, Johannes Rau, bekam Peter Pratsch die Plakette nochmals symbolisch vom Bundespräsidenten überreicht.
2002 erweckte man eine alte Tradition wieder zum Leben und zog am Kirchweihsamstag mit dem "Kirchweihständchen" durch die Straßen. Ein Jahr später wurde erstmals eine Frau zur 1. Vorsitzenden gewählt. Stefanie Schobert übernahm das Amt für zwei Jahre. Im gleichen Jahr wurde für Kinder im Grund- und Vorschulalter erstmals eine musikalische Frühförderung angeboten. Die Leitung lag in den bewährten Händen von Dirigent Bernd Schmidt.

Musikalische Früherziehung

Nach dem 50-jährigen Jubiläum, das man unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Schneider mit einem Kreismusikfest feierte, ging die 17-jährige Amtszeit von Bernd Schmidt zu Ende.


Neues Ausbildungskonzept und verjüngte Vorstandschaft als Modell für die Zukunft


Nahtlos folgte der gebürtige Russe Dmitry Braudo als musikalischer Leiter. Trotz anfänglicher Sprachbarrieren schaffte es der hochqualifizierte Berufsmusiker die Kapelle, die einige Abgänge von Leistungsträgern zu verzeichnen hatte, wieder auf ein ansprechendes Niveau zu bringen. Ende 2005 beendete auch Stefanie Schobert ihre Tätigkeit als Vorsitzende des Vereins und es begann eine schwierige Phase im Vereinsleben.
Nur nach großen Anstrengungen war es geglückt ein neue Führung zu finden. Katja Meißner, Gerd-Peter Schmidt und Peter Pratsch füllten gemeinsam das Amt des 1. Vorsitzenden aus. Da nach dem Weggang von Bernd Schmidt die Jugendarbeit komplett zum Erliegen kam, musste ein neues Ausbildungskonzept geschaffen werden. Im Jahre 2006 ging man eine Kooperation mit der Musikschule Mitzenheim aus Gauerstadt ein und bietet nun auch Blockflötenkurse für die "ganz Kleinen" an. Im Bereich Klarinette und Querflöte haben sich junge Nachwuchsmusikerinnen bereit erklärt bei der Ausbildung zu helfen.
Erstmals seit 1987 ging man wieder auf Reisen und erlebte einen wunderschönen 2-Tagesausflug in Waldkraiburg und am Chiemsee. 2007 veranstaltete man auf dem neu gestalteten Dorfplatz in der Herrenstraße erstmals das Weisachtaler-Dorfplatzfest, das in Zukunft seinen festen Platz im Veranstaltungskalender der Gemeinde Maroldsweisach bekommen soll.

Standkonzert auf dem Marktplatz in Waldkraiburg

Im Frühjahr 2008 legte Dirigent Braudo aus beruflichen Gründen seinen Taktstock nieder. Ebenso trat das Dreigestirn an der Vereinsführung nicht mehr zur Wiederwahl an.
Bei der Generalversammlung im Februar 2008 wurde Stefan Mildenberger zum neuen 1. Vorsitzenden gewählt. Wenig später konnte man mit Thomas Sauer aus Harras bei Eisfeld einen neuen Dirigenten präsentieren.
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